Die antisemitischen Verschwörungstheorien und die rassistischen Integrationen

Während die Antisemiten davon ausgehen, dass die „Juden“ alles haben, alles besetzen und besitzen, oder zumindest wie der – ich bin gar nicht so sicher, ob diskursiv unbedarfte oder böswillige – gegenwärtige Präsident Serbiens die Shoah dadurch erklärt, dass diese „Minderheit zu viel Präsenz in bestimmten Professionen, in Kunst, Finanzwesen und Wissenschaft zeigte“[1], gehen die Rassisten in Österreich, wie auch überall, davon aus, dass dem Anderen etwas mangelt. Er oder sie sind, nach „unseren“ Maßstäben, noch nicht so weit, um gleichberechtigt zu sein. Folgendes rassistisches diskursives Muster zeigt sich wieder einmal deutlich: Die zusätzliche Qualifikation, der Überschuss, die sie, die Anderen, als ein Teil der Gesellschaft erweisen sollen, ist etwas, was erworben werden soll. Wenn sie dieses mehrheitsgesellschaftliches Surplus (noch) nicht haben, dann liegt das an ihnen: Sie sind wohl an ihrer Position in der Gesellschaft selber schuld. Übrigens, die Position von Anderen wechselt mit der Zeit, es sind nicht immer die gleichen Gruppen damit adressiert. Wichtig dabei ist aber, dass dadurch den Gesellschaft (und wohl auch sich selbst als Teil davon) gegenüber die kleinen, großen, direkten oder indirekten usw. Diskriminierungen und  Restriktionen gerechtfertigt werden.

[1] Vgl.: Neprimerena izjava predsednika Srbije Tomislava Nikolića. Auf: http://kucaljudskihprava.rs/neprimerena-izjava-predsednika-srbije-tomislava-nikolica/ (28.01.2015)